Eine der getSocial-Gründerinnen sitzt mit Laptop und Notizen am Holztisch und arbeitet an ihrem Content

Content erstellen mit KI: So sieht dein Content trotzdem nach dir aus

Du sitzt über eine Stunde an einem einzigen Karussell-Post? Dann nutzt du KI noch nicht so, wie sie dir wirklich helfen kann.

Content mit KI zu erstellen funktioniert in drei Schritten: Du legst Ziel und Format fest, du gibst der KI deinen kompletten Marken-Kontext und dann lässt du sie gestalten, texten oder schneiden. Am Anfang und am Ende stehst immer du.

Mit Claude, Canva und einem guten Briefing entstehen so Einzelposts, Karussells und sogar fertig geschnittene Reels. Wir lassen mittlerweile auch unsere Reels von der KI schneiden, und bisher ist es niemandem aufgefallen.

Der Unterschied zu den generischen KI-Bildern, die gerade überall auftauchen, liegt nicht im Tool. Er liegt im Kontext. Kennt die KI deine Farben, deine Schriften, deine Bilder und deine Vorlagen, sieht das Ergebnis nach dir aus. Kennt sie sie nicht, sieht es aus wie jeder zweite Flyer im Feed.

Die Vorarbeit machst du einmal. Danach profitierst du bei jedem einzelnen Post davon.

Was heißt eigentlich „Content mit KI erstellen“?

Content mit KI erstellen ist ein Arbeitsablauf, bei dem eine KI wie Claude oder ChatGPT Texte, Designs und Videos für deine Kanäle produziert, während du Inhalt, Meinung und Freigabe lieferst. Die KI ist dabei Werkzeug, nicht Absenderin.

Was heute schon geht, ist ziemlich viel: Einzelbeiträge und Karussells gestalten, Captions und Hooks schreiben, Skripte für Videos entwickeln und Videos sogar direkt in Claude schneiden lassen. Wir konzentrieren uns hier auf die drei Formate, die auf Instagram am meisten zählen: Einzelpost, Karussell und Reel. Stories lassen wir bewusst raus, die sind meistens spontan und da brauchst du am wenigsten Unterstützung.

Bevor du startest, sag der KI immer drei Dinge: was du erstellen willst, für welche Plattform und wie es aussehen soll. Ohne diese Infos rät sie. Und Raten sieht man.

Einzelpost, Karussell oder Reel: Welches Format passt zu deinem Ziel?

Bevor die KI loslegt, entscheidest du, wen du erreichen willst. Denn jedes Format wird anders ausgespielt. Unsere Faustregel aus der Praxis:

  • Einzelpost: erreicht vor allem Menschen, die dich schon kennen. Perfekt für dein Angebot, einen Termin oder wenn du zum Beispiel auf einer Messe bist.
  • Karussell: landet nach unserer Erfahrung zu etwa 60 bis 70 Prozent bei Nicht-Followern und zu 30 bis 40 Prozent bei Followern.
  • Reel: ist für neue Menschen gedacht. Ein gut gemachtes Reel erreicht zu 80 bis 90 Prozent Leute, die dir noch nicht folgen.

Das sind Erfahrungswerte, keine festen Regeln. Erreicht ein Reel nur 10 Prozent neue Menschen, sagt das meistens etwas über die Qualität. Die Richtung stützen auch Daten: Eine Auswertung von Fanpage Karma mit mehr als drei Millionen Beiträgen zeigt, dass Reels bei Accounts unter 10.000 Followern fast dreimal so viele Nicht-Follower erreichen wie Karussells. Welche Hebel sonst noch ziehen, liest du in unserem Artikel Instagram Reichweite erhöhen.

Warum sieht KI-Content so oft generisch aus?

Weil die KI dich nicht kennt. Genau hier entsteht die größte Frustration: Du erklärst zum dritten Mal, was du willst, und denkst irgendwann nur noch, raffst du es nicht? Aber woher soll sie es wissen, wenn du es ihr nie erklärt hast?

Die KI hat keine eigene Meinung zu deiner Marke. Sie kann kreativ werden, wenn du sie lässt. Hast du ein bestimmtes Bild im Kopf, musst du es beschreiben. Damit das nicht jedes Mal von vorne passiert, braucht sie einmalig:

  • dein Branddesign mit allen Richtlinien
  • deine Farben und Schriftarten
  • Bilder und Videos von dir
  • Vorlagen, die du schon erstellt hast
  • Wissen über dich, dein Business und deine Wunschkunden

Wir arbeiten dafür mit Skills in Claude. In unserem Brand-Skill ist genau festgelegt, welche Farben und Schriften wir nutzen. Dazu kommt ein Projekt oder Ordner mit allen Bildern und Videos, auf die die KI zugreifen darf. Dieses Setup bauen wir im Marketing KI Club in den Basiskursen gemeinsam auf, und du brauchst es nicht nur fürs Design, sondern für jede Anfrage in deinem Business.

Schritt für Schritt: So erstellst du einen Einzelpost mit KI

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Du bist auf einer Messe und willst das deinen Followern sagen.

  1. Ziel festlegen: Wen soll der Post erreichen? Beim Einzelpost sind es vor allem Menschen, die dich schon kennen.
  2. Inhalt definieren: Was genau gehört aufs Bild? Zum Beispiel: Messe XY am 23.11., du findest mich am Stand von 10 bis 16 Uhr.
  3. Bild auswählen oder auswählen lassen: Soll dein Messestand drauf, gibst du das Foto direkt in den Chat. Ist dir egal, welches Bild aus deinem letzten Shooting es wird, wählt die KI aus deinem Bilderordner.
  4. Gestaltung briefen: Schrift zentriert, deine Markenschrift, Logo unten rechts. So konkret wie möglich.
  5. Sprechen statt tippen: Du musst nicht alles schreiben. Sprich dein Briefing einfach ein. Wir nutzen dafür meistens die App Wispr Flow statt der Spracheingabe in der KI selbst.
  6. Prüfen und nachjustieren: Passt etwas nicht, sagst du es so, wie du es einer Mitarbeiterin sagen würdest.

Noch gar kein Bild im Kopf? Dann erarbeite das Konzept zuerst mit der KI und lass dir Vorschläge machen. Zu sagen, was dir gefällt, ist oft leichter, als es aus dem Nichts zu beschreiben. Und mal ehrlich: Mit fertiger Vorlage und klarem Bild im Kopf bist du manchmal in fünf Minuten selbst schneller.

Artefakt, Claude Design oder Canva: Wo gestaltest du deinen Content?

Für die Umsetzung gibt es aktuell drei Wege, die wir selbst nutzen:

WegSo funktioniert esGut für
Artefakt in ClaudeClaude erstellt das Design direkt im Chat. Als bearbeitbares Artefakt verschiebst du Schrift und Bilder selbst.Schnelle Einzelposts und Karussells
Claude DesignEigenes Design-Programm von Claude, in dem dein Branddesign hinterlegt ist und du gemeinsam mit der KI arbeitest.Wiederkehrende Formate im festen Look
Canva-ConnectorClaude greift direkt auf deinen Canva-Account zu und füllt dort Vorlagen.Bestehende Canva-Vorlagen mit neuem Inhalt

Das bearbeitbare Artefakt spart dir vor allem die kleinen Korrekturschleifen à la „schieb das Bild noch ein Stück nach links“. Wie du Canva mit Claude verbindest, erklärt das Canva Hilfecenter. Unsere Erfahrung: Mit einer fertigen Vorlage klappt das richtig gut. Ein komplett neues Design direkt in Canva bauen zu lassen, war bei uns dagegen bisher immer weit weg vom Ziel, weil Canva so unfassbar viele Elemente bietet. Alles ohne Vorlage gestalten wir deshalb erst in der KI.

Der PowerPoint-Trick für den Feinschliff

Gefällt dir das Design zu 90 Prozent, willst aber noch den Zeilenabstand ändern oder ein Element aus Canva einfügen? Dann sag Claude, dass du das Design als PowerPoint haben möchtest, nicht als PDF. Die PowerPoint-Datei lädst du in Canva hoch und kannst dort alles bearbeiten, als hättest du es von Grund auf selbst gebaut.

Kann KI Reels schneiden?

Ja, und das ist für uns einer der größten Zeitsparer. Du hast ein Talking-Head-Video, in das du fünf Minuten reingesprochen hast? Dann sagst du Claude in normaler Sprache, was es tun soll:

  • Sprechpausen, lange Atmer und Ähms rausschneiden
  • nur die stärksten Aussagen behalten
  • schnelle Cuts und gelegentliche Zooms für mehr Dynamik
  • die ersten drei Sekunden müssen sofort haken
  • Untertitel in deiner Schrift und Farbe, zentriert auf Mundhöhe

Dann rödelt die KI eine Weile. Genau das ist das Schöne: Während sie arbeitet, machst du etwas anderes. Danach schaust du dir das Reel am Handy an und justierst nach, zum Beispiel wenn du vergessen hast, dass am Ende noch ein Call to Action rein soll. Mehrere Clips aneinanderschneiden, das Format ändern oder die Qualität verbessern geht ebenfalls. Für Videos empfehlen wir die Desktop-App mit Claude Cowork, weil Claude dort auf mehr Werkzeuge zugreifen kann. Behalte im Blick, dass lange Videos viele Tokens verbrauchen.

Warum bei uns am Anfang und am Ende immer ein Mensch steht

Wir würden niemals Content komplett von der KI erstellen und veröffentlichen lassen. Wir geben Kontext, Meinung und Inhalt rein. Die KI erstellt. Wir kontrollieren, passen an und erst dann geht etwas raus.

Genau das ist der Unterschied zum KI-Slop, den du überall siehst: Bilder und Texte, denen du auf den ersten Blick ansiehst, dass sie eins zu eins übernommen wurden. Kein Branding, keine eigene Bildsprache, keine Handschrift. Deine Persönlichkeit bleibt im Vordergrund, die KI spart dir die Zeit drumherum.

Dazu kommt: Du solltest immer nachvollziehen können, was die KI gemacht hat. So behältst du die Kontrolle und könntest es im Notfall auch selbst. Ob und wann du KI-Inhalte kennzeichnen musst, haben wir in unserem Artikel zur KI Kennzeichnungspflicht auf Instagram aufgeschrieben.

Häufige Fragen

Welche KI eignet sich am besten, um Content zu erstellen?

Wir arbeiten am meisten mit Claude, weil wir dort Skills mit unserem Branddesign hinterlegt haben und Designs, Texte und sogar Videoschnitt an einem Ort laufen. ChatGPT lässt sich ebenfalls mit Canva verbinden. Entscheidend ist weniger das Tool als der Kontext: Die KI braucht deine Farben, Schriften, Bilder und Vorlagen, sonst bekommst du generische Ergebnisse.

Kann ich Claude mit Canva verbinden?

Ja, über den Canva-Connector. Claude greift damit direkt auf deinen Canva-Account zu. Am besten funktioniert das, wenn du eine bestehende Vorlage nennst und Claude nur Text und Bilder austauschen lässt. Komplett neue Designs direkt in Canva bauen zu lassen, hat bei uns bisher nicht gut geklappt. Die gestalten wir lieber in Claude und exportieren sie als PowerPoint.

Wie viel Vorarbeit brauche ich, bevor KI-Content nach mir aussieht?

Einmal etwas mehr, danach kaum noch. Du hinterlegst dein Branddesign, deine Farben und Schriften, Bilder und Videos von dir und Vorlagen, die du schon hast. Ab dann kann die KI deinen Look bei jeder Anfrage wiederverwenden. Ohne dieses Setup musst du ihr bei jedem Post alles neu erklären, und das kostet am Ende mehr Zeit, als es spart.

Kann KI Personen oder sensible Daten in Videos unkenntlich machen?

Ja. Wir hatten eine Bildschirmaufnahme mit vielen offenen Tabs und Infos, die nicht ins Netz sollten. Claude hat auf Anweisung alles Unwichtige in Browserleiste und Bild geblurrt. Von Hand in CapCut hätte das mindestens 10 bis 15 Minuten gedauert. Genauso kannst du Menschen im Hintergrund, Autokennzeichen oder Kinder verpixeln oder entfernen lassen.

Erkennt man, dass mein Content mit KI erstellt wurde?

Wenn du Ergebnisse eins zu eins übernimmst, meistens ja. Generische Bilder ohne Branding fallen sofort auf. Gibst du der KI aber deinen Kontext und prüfst und bearbeitest am Ende selbst, sieht der Content nach dir aus. Unsere von der KI geschnittenen Reels sind bisher niemandem aufgefallen, weil Inhalt und Persönlichkeit weiterhin von uns kommen.

Die ganze Folge zum Hören

Wie wir Content mit KI erstellen, besprechen wir ausführlich in Folge #120 im getSocial Business Talk: Content mit KI: So erstellst du Social Media Content mit Claude.

Content mit KI, der nach dir aussieht: Wir zeigen es dir live

Wenn du nicht alles alleine ausprobieren willst, komm in den Marketing KI Club. Dort setzen wir genau das hands-on mit dir um: vom Marken-Briefing für deine KI über Karussells bis zum geschnittenen Reel. Kein statischer Kurs, sondern Live-Formate jeden Monat, eine Community für Fragen und alle Aufzeichnungen zum Nachschauen.

Wann das nächste Anmeldefenster öffnet, erfährst du auf der Seite zum Marketing KI Club.

Alles Liebe,
Louisa & Sabrina

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